Frage deutsch
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Wie bediene ich die GW-BASIC-Entwicklungsumgebung?
Question English
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How to use the GW-BASIC development environment?
Antwort
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[ von Thomas Antoni, 10.11.2005 - 11.11.2005 ]
*** Installation von GW-BASIC
GW-BASIC bzw. das funktionsidentische BASICA müssen nicht installiert werden.
Die Entwicklungsumgebung besteht nur aus einer einzigen Datei namens
GWBASIC.EXE
oder BASICA.EXE. Zum Öffnen der Entwicklungsumgebung muss nur diese EXE-Datei
gestartet werden.
*** Aufruf von GW-BASIC und Kommandozeilenparameter
GW-BASIC wird mit folgendem Kommando aufgerufen:
GWBASIC [Programmname][<EinDatei] [>AusDatei] [/F:n] [/I] [/S:n] [/C:n]
[/M:[Adresse][,Blockgröße]] [/D]
Die einzelnen Kommandozeilenparameter haben die folgende Bedeutung:
- Programmname
legt ein Quellspracheprogramm fest, das gleichzeitig mit GW-BASIC
aufgerufen und ausgeführt wird. Ist keine Dateierweiterung angegeben, wird
von einer .BAS-Datei ausgegangen.
- <EinDatei
bewirkt, dass das Anwenderprogramm alle INPUT-, LINE INPUT-, INPUT$- und
INKEY$-Eingaben aus der angegeben Datei statt von der Tastatur holt
- >AusDatei
gibt alle Programmmeldungen, Fehlermeldungen und PRINT-Ausgaben in die
angegebene Datei anstatt auf den Bildschirm aus. Werden zwei statt einem
Größerzeichen verwendet (also >>Ausdatei) so werden die Ausgaben an
das
Ende der Datei angehängt, ohne sie vorher zu löschen
- /F:n
legt fest, wieviele Dateien gleichzeitig geöffnet werden können
(Vorgabe: 3; Maximum: Wert von FILES in der CONFIG.SYS - 4 Dateien); der
Parameter /I muss gleichzeitig gesetzt werden.
- /I
reserviert den Speicherplatz, der durch die Parameter /F und /S
zusätzlich benötigt wird, sofort nach dem Aufruf von GW-BASIC
- /S:n
setzt die Größe des Datenpuffers und damit die maximale Satzlänge für
Datensätze von Random-Dateien (Direktzugriffs-Dateien) fest; Vorgabe für n
sind 128 Byte , maximal zulässig sind 32767 Byte
- /C:n
legt die Größe des Empfangspuffers für die Datenübertragung mit
seriellen Schnittstellen fest (der Standardwert für n ist 256 Byte pro
Schnittstelle, Maximalwert: 32767 Byte, n=0 unterbindet die
Kommunikation)
- [/M:[Adresse][,Blockgröße]]
legt fest, wieviel Arbeitsspeicher BASIC nutzen kann und wie dieser
Speicher aufgeteilt wird. BASIC verwaltet maximal und als Standard (wenn
der Parameter nicht benutzt wird) insgesamt 64 KByte für Daten und Stack.
Wenn Assemblerroutinen geladen werden sollen, kann mit /M die höchste
Speicheradresse benannt werden, die noch von BASIC benutzt werden darf; auf
allen höheren Adressen können dann Anwenderprogramme (Assemblerroutinen)
geladen werden. Dadurch verkleinert sich der BASIC-eigene Speicherbereich.
Dieser Parameter ermöglicht außerdem die Festlegung der maximalen
Blockgröße, die BASIC verwaltet. Der Wert für die maximale Blockgröße
errechnet sich aus der angegebenen "Blockgröße" (in Bytes) / 16.
Beispiel: GWBASIC /M:32768,4096
==> GW-BASIC benutzt mit diesem Parameter nur die ersten 32 KByte für
BASIC. Die restlichen 32 KByte (ab Adresse 32769) werden für
Assemblerroutinen reserviert. Die maximale Blockgröße beträgt 4096/16 =
256 Byte.
- /D
legt fest, dass die Funktionen ATN, COS, EXP, LOG, SIN, SQR und TAN mit
doppelter Genauigkeit ausgeführt werden
*** Allgemeine Bedienungshinweise für GW-BASIC
GW-BASIC ist nicht mit der Maus, sondern nur mit der Tastatur bedienbar. Du
kannst nur die auf dem Bildschirm dargestellten Programmzeilen editieren. Der
GW-BASIC-Editor arbeitet zeilenorientiert. Eine Scroll-Möglichkeit über den
Bildschirminhalt hinaus ist nicht möglich. Daher muss sich der Programmierer mit
LIST-Kommandos durch den Quellcode navigieren (siehe unten). Die Änderung einer
Programmzeile muss durch die Eingabetaste abgeschlossen werden; der Cursor
kann dabei an einer beliebiger Stelle in der Zeile stehen.
Je Zeile muss ein Befehl geschrieben werden oder mehrere durch Doppelpunkte
voneinander getrennte Befehle. Vor jedem GW-BASIC-Befehl muss eine Zeilenummer
stehen. Mit dem AUTO-Kommando können die Zeilenummern automatisch erzeugt und
mit dem RENUM-Kommando neu angeordnet werden. Nachträglich eingefügte
Befehlszeilen werden beim Listen das Programms automatisch an richtiger Stelle
eingeordnet. Bestehende Befehlszeilen können gelöscht werden durch alleinige
Eingabe der Zeilennummer, mit dem DELETE-Kommando oder mit der Esc-Taste.
Ein Programm muss nicht in der endgültigen Zeilenreihenfolge eingegeben
werden. Die Zeilen werden automatisch richtig entsprechend ihrer Zeilennummer
sortiert, und es können nachträglich Befehlszeilen angegeben werden. Das
LIST-Kommando bewirkt eine Anzeige des Programms in der richtig sortierten
Zeilen-Reihenfolge.
Am Bereitschaftszeichen (Ok) eingegebene Befehle ohne Zeilennummer werden bei
Betätigen der Eingabetaste direkt abgearbeitet ("Direkt-Funktion"). Der
Direktmodus eignet sich zum Testen von Befehlen oder für die Durchführung von
Berechnungen.
*** System- und Editierkommandos
Innerhalb der GW-BASIC-Entwicklungsumgebung werden Bedien-Kommandos entweder
über die in der unteren Menüleiste aufgeführten Funktionstasten F1 - F10 oder
durch Eintippen des Kommandos gestartet. Hier findest Du eine Liste der
wichtigsten Kommandos, die auch "Systembefehle" oder "Systemkommandos" genannt
werden. Optionale Syntaxelemente, die auch weggelassen werden können, sind in
[eckige Klammern] gesetzt. Systemkommandos (außer den Editierkommandos) werden
ohne Zeilennummer am Bereitschaftszeichen (Ok) angegeben und mit der
Eingabetaste abgeschlossen.
- LOAD "<Pfadname><Dateiname>"
Quellspachedatei *.BAS in die Entwicklungsumgebung laden. Die
Dateierweiterung .BAS kann weggelassen werden. Beachte, dass
der Dateiname in Anführungszeichen gesetzt werden muss.
- LIST
Zeigt das gesamte geladene Programm auf dem Bildschirm an
- LIST 10-200
Zeigt die Programmzeilen 10 bis 200 an
- LIST -200
Zeigt die Programmzeilen bis Zeile 200 an
- LIST 200-
Zeigt die Programmzeilen ab 200 an
- RUN
Startet das geladene Programm
- SYSTEM
Beendet die GW-BASIC-Entwicklungsumgebung und bewirkt einen
Rücksprung ins Betriebssystem MS-DOS
- <Strg+Pause>, <Strg+C> oder <Strg+Rollen>
Unterbricht das laufende Programm, z.B. wenn es in einer Dauerschleife
abgestürzt ist.
- SAVE "<Pfadname><Dateiname>" [,a]
Quellspracheprogramm abspeichern. Ohne Parameter wird das Programm im
eigenen GW-BASIC-Format abgespeichert. Der Parameter ",a" bewirkt, dass
das Programm als normale ASCII-Textdatei abgespeichert wird, die auch von
Textverarbeitungen, Editoren, QBasic usw. lesbar ist. Beachte, dass der
Dateiname in Anführungszeiehen gesetzt werden muss.
- CLS
Löscht den Bildschirm
- DELETE <Zeilennummer>
Löscht eine Zeile
- DELETE <1.Zeilennummer>-<letzte Zeilennummer>
Löscht mehrere Zeilen
- Edit <Zeilennummer>
Zeigt eine Zeile an und ermöglicht es, sie zu ändern. Die Änderung muss
mit der Eingabetaste abgeschlossen werden. Der Curosr braucht dabei
nicht an das Zeilenende geführt werden.
- <Einfg>
Schaltet beim Editieren zwischen Einfüge- und Ersetzenmodus um
- <Esc>
Löscht die aktuelle Zeile
- <Strg+Ende>
Löscht die aktuelle Zeile ab der Cursorposition.
- <Strg+Eingabetaste>
Verschiebt den restlichen Text einer Zeile an den Anfang der nächsten
Bildschirmzeile
- <Strg+Pos1>
Löscht die Bildschirmanzeige und setzt den Cursor in die linke obere
Ecke.
Das eingegebene Programm bleibt erhalten.
- <Pos1>
Setzt den Cursor an die linke obere Bildschirmecke
- <Ende>
Setzt den Cursor an das Zeilenende
- <Strg+Druck>
Schaltet das Ausdrucken aller Tasten-Eingaben ein und aus.
- AUTO <1. Zeilennummer> <Schrittweite>
Aktiviert de automatischen Nummerierungsmodus für dier folgenden
Programmzeilen beginnend mit der 1. Zeilennummer und mit der angegebenen
Schrittweite. Diese Automatik kann mit <Strg+C> abgeschaltet werden
(siehe unten)
- <Strg+C>
Schaltet den automatischen Nummerierungsmodus ab, z.B. den Direktmodus
zu verwenden oder um Systembefehle einzugeben. ACHTUNG: <Strg+C>
macht alle nicht gespeicherten Änderungen rückgängig!
- AUTO <1. Zeilennummer> (<Eingabetaste>)
[<Eingabetaste>,...] <Strg+C>
Erzeugt mit jeder Betätigung der Eingabetaste eine neue Zeilennummer für
die
Folgezeilen mit einer Schrittweite von 10.
- RENUM
Nummeriert das Programm neu beginnend bei 10 in 10er-Schritten und passt
alle Sprungzieleentsprechend an.
- RENUM 10000, 2000, 50
Nummeriert alle Zeile ab Nummer 2000 neu. Die alte Zeile 2000 erhält die
Nummer 10000. Die Schrittweite beträgt 50
- KEY OFF
Schaltet die Funktionstastenanzeige in Zeile 25 aus
- KEY ON
Schaltet die Funktionstastenanzeige in Zeile 25 aus
- KEY <Funktionstastennummer>, "<Befehl>" [+
CHR$(13)]
Belegt eine Funktionstaste mit einem häufig benutzten Befehl. Mit "+
HR$(13)
wird erreicht, dass nach dem Betätigen der Funktionstaste keine
Eingabetaste
gedrückt werden muss.
- NEW
Löscht das aktuelle Programm im Arbeitsspeicher (nicht auf der Diskette/
Festplatte) und ermöglicht das Eingeben oder Laden eines neuen
Programms
- FILES "<Pfad>\"
Zeigt eine Dateiliste des angegebenen Verzeichnisses / Ordners an
- KILL "<Pfadname><Dateiname>"
Löscht die angegebene Datei
- NAME "<Pfadname><Dateiname>" AS
"<Pfadname><Dateiname>"
Benennt eine Datei um
- SHELL
Wechselt vorübergehend zum MS-DOS-Betriebssystem.
- EXIT
Bewirkt eine Rückkehr von dem vorübergehend per SHELL geöffneten
Betriebssystem zur GW-BASIC-Entwicklungsumgebung.
*** Weitere Informationen zu GW-BASIC
• Siehe den FAQ-Eintrag "Sonstiges -> Wodurch unterscheidet sich
GW-Basic von QBasic?"
• Siehe den FAQ-Eintrag "LEXIKON -> GW-BASIC"
• Ein komplettes englischsprachiges
Handbuch zu GW-BASIC gibt es auf meiner Webseite www.qbasic.de in der
Rubrik "QBasic | E-Books"
• Etliche Lernkurse und Tutorials zu
GW-BASIC gibt es auf meiner
Webseite www.qbasic.de in der Rubrik "QBasic |
Tutorials | GW-BASIC"
• Eine Riesenauswahl an Buchbesprechungen
zu GW-BASIC gibt es auf meiner
Webseite www.qbasic.de in der Rubrik "QBasic |
Bücher | GW-BASIC"
• Jede Menge Downloads und Tutorials zu
GW-BASIC gibt es auf Thomas Köpplmayers sehr guter Webseite www.gwbasic.at
[ The QBasic-MonsterFAQ --- Start Page: www.antonis.de/faq ]